Futurismus

Entstanden ist der Futurismus im Jahre 1909 mit der Veröffentlichung des futuristischen Manifests von Filippo Tommaso Marinetti, einem italienischen Juristen und zugleich Millionärssohn. Dieses Dokument, welches in der französischen Zeitung Le Figaro publiziert wurde, enthält insgesamt elf Punkte, in denen eine völlig neue und mit den alten Traditionen brechende Strömung beschrieben wird. Dieses Manifest war eine reine Provokation für die damaligen Menschen, die die Kultur bis zu diesem Zeitpunkt geprägt hatten. Ein Appell an alle Menschen sich gegen die „Anhänger des Vergangenen“ zu richten und alle bisher aufrechterhaltenen Tabus zu brechen.
Der Futurismus revolutionierte zum größten Teil viele Bereiche des öffentlichen und kulturellen Lebens. Völlig neue Kunstbegriffe und Darstellungsformen für Künstler, Literaten und Architekten wurden geschaffen. Das Verlangen nach etwas Neuem ging so weit, dass die Futuristen eine Abschaffung der Grammatik und Syntax innerhalb der Sprache forderten, damit der Weg für eine dynamische Kunstsprache frei wird. Einige Dichter dieser Zeit haben das in ihren Werken umgesetzt, allerdings ergeben diese Gedichte beim lesen wenig Sinn aber sie amüsieren die Menschen.

Äußerlich wurde das neue Kunstverständnis besonders in der Architektur und den Bildern der futuristischen Epoche deutlich. Ebenso veränderten sich die Menschen in ihrem Verhalten, sie kleideten sich z.B. plötzlich völlig anders und versuchten die bisher bekannten Tabus zu brechen. Dieses neuartige und schnelllebige Lebensgefühl spiegelte sich auch in der Kunst und in der Architektur wider.

Die festen Umrisslinien wurden aufgelöst ebenso wie die starr wirkenden geometrischen Formen, die durch dynamische und geschwungene Strukturen ersetzt wurden. Der statische Eindruck von früheren Kunstwerken und Gebäuden war hierdurch verschwunden und eines der Zentralen Motive des Futurismus, die Bewegung, wurde somit eingearbeitet. Zudem erhielten die Werke noch einen bunten und lebendig wirkenden Farbauftrag, aus wilden Strichen und Farbfeldern. Der Futurismus hatte also auch optisch neue Maßstäbe gesetzt und hat auch hier mit den alten Traditionen gebrochen.

In der Architektur des Futurismus machte 1914 vor allem Enrico Prampolini auf sich aufmerksam, der das erste Manifest der futuristischen Architektur verfasste und veröffentlichte, sowie Antonio Sant'Elia, der die außergewöhnlichsten und orginellsten Bauwerke entworfen hatte, leider konnten diese aufgrund seines Todes im ersten Weltkrieg nicht verwirklicht werden.

Der Ansatz des Futurismus hat sich bis heute weiterentwickelt und findet sich in vielen heutigen Architekturen wieder. Teilweise haben sogar Webdesigner in München einen Teil des Futurismus versucht bei Internetauftritten zu übernehmen. Für das Design von Internetseiten hat sich bisher allerdings eine andere Art von futuristischem Design mehr bewährt.

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